TEAMLEADER

MIT STIL UND CHARISMA

 

DIE HOHE KUNST ZU FÜHREN OHNE ZU FÜHREN – TEIL 2

Erinnern wir uns: Im 1. Teil ging es darum, dass Sie als Führungskraft Ihr Ego in die Waschmaschine stecken und möglichst viel Feedback aufsaugen. Ihre Befindlichkeiten strahlen im Positiven wie im Negativen auf Ihr Unternehmen aus und beeinflussen letztendlich Ihren Business-Erfolg.

gute Führung vs schlechte Führung

Eine positive Motivation wächst dann, wenn es die Freiheit und den Sinn dafür gibt. Sinngebung und strategische Ausrichtung eines Unternehmens liegen eng beieinander und sind vernachlässigte Erfolgsfaktoren.

Um die Dimension zu zeigen: Laut Wirtschaftswoche hat die Gallup-Studie von 2017 ergeben, dass die Kosten miserabler Führung in Deutschland auf eine Summe in der Größenordnung von 105 Milliarden Euro beziffert werden.

Mit anderen Worten: Jede 3. deutsche Fach- und Führungskraft kennt die Ausrichtung ihres Unternehmens nicht – sie befindet sich im Blindflug für ihr Unternehmen. 23 % der befragten Fach- und Führungskräfte gaben an, nur eine ungefähre Ahnung von der langfristigen Strategie des eigenen Unternehmens zu haben. Bei den Mitarbeiter/-innen ist die Lage noch katastrophaler: Hier waren es 66 %, denen die Ausrichtung des Unternehmens unbekannt ist. Wirtschaftlich gesehen ist das ein großer Schaden.
Der Unterschied zwischen Männern und Frauen als Führungskräfte

Männer vs. Frauen als Führungskräfte

Einer Studie von 2017 zufolge ist knapp ein Drittel aller Führungskräfte in Deutschland weiblich. Ihr Bruttostundenverdienst lag laut Spiegel durchschnittlich 21 % niedriger als der Verdienst ihrer männlichen Kollegen. Zur Altersverteilung erklärt der Spiegel: „In der Gruppe der 25- bis 34-Jährigen war der Anteil an Frauen in Führungspositionen deutlich höher als im Durchschnitt: 36,8 Prozent. In der Gruppe der 35- bis 44-Jährigen lag er bei 27,7 Prozent.“

In diesem Sinne unterstütze ich Frauen darin, verstärkt in Führungspositionen bei (mindestens) gleichem Verdienst zu gehen.

Was Sie als Führungskraft zuerst benötigen

Edelbitter oder Edelvollmilch?

Um bei Ihnen als Entrepreneur zu bleiben: Dreh- und Angelpunkt ist Ihr guter Führungsstil, der aus einer mit positiver Energie geschaffenen Persönlichkeit resultiert. Wenn das gegeben ist, wissen Sie, wohin die Reise gehen soll, und Sie sind in Ihren Entscheidungen frei.

Was macht eine gute Führungskraft aus?

„Ein edler Mensch zieht edle Menschen an und weiß sie festzuhalten“, sagt Johann Wolfgang von Goethe. Keine Sorge: Niemand erwartet von Ihnen, dass Sie ein Charisma wie Goethe, Gandhi oder Mutter Teresa entwickeln und die Massen begeistern. Aber für Ihr Team sollte es schon ausreichen, dass Sie mit sich ins Reine kommen und sich stets mit positiven Energien aufladen.

Wie wird man „edel“? Wie begeistert man ein Team? Woher nehmen Sie Ihre Motivation und welche Eigenschaften sollten Sie für eine gute Führung entwickeln? Essen Sie lieber Edelbitter- oder Edelvollmilch-Schokolade?

Erfolgreiche Führungsqualität entsteht von innen

Looking for freedom

Schokolade macht glücklich, aber eine große Motivation schmeckt viel besser. Echte, belastbare Motivation kommt von innen. Ich spreche von der intrinsischen Motivation, die wir wiederentdecken müssen. Mit ihr bringen die Mitarbeiter/-innen ein natürliches – von außen stimuliertes – Engagement für die Sache sowie eine Begeisterung (Leidenschaft), die von innen kommt, mit. Eine neue Dynamik im Team entsteht. Der zündende Funke der hohen Motivation steckt an. Um diese Motivation zu wecken, benötigen Sie 2 Voraussetzungen. Erst dann entfaltet sich diese Haltung, etwas leisten bzw. beitragen zu wollen, in vollen Zügen:

1. Freiheit:Schaffen Sie Wahlmöglichkeiten in Form von Handlungs- und Entscheidungsbefugnissen, wo immer Sie können – so weitgehend wie möglich. Hier liegt Ihre ergiebigste Quelle für dauerhafte, belastbare Motivation und Begeisterung, die insbesondere in schwierigen Situationen stabil bleiben.
2. Sinngebung:Erst der Sinn, dann der Gewinn. Wer Leistung will, muss Sinn bieten. Nichts motiviert so stark wie einen eigenen, erkennbaren Beitrag zu etwas Sinnvollem zu leisten.

Aktivieren Sie diese Kräfte bei sich selbst und in Ihrem Team! Ein Mensch, der nicht auf seine „innere Kraft“ hört, hat keinen Kompass, keine richtige Orientierung. Er ist „blind“ für seine Umgebung und die Welt der anderen. Hinzu kommt das Wissen um den Sinn der Arbeit.

Vom (Un-)Sinn der Arbeit in Ihrem Unternehmen

Marmor, Stein und Eisen bricht

Zu arbeiten, ohne zu wissen wofür, ist auf Dauer unsinnig. Niemand lässt sich für eine Sache motivieren, die er/sie nicht versteht oder gar kennt. Warum auch?

Stiften Sie Sinn in Ihrem Unternehmen. Wie wäre es, wenn Sie jeder Tätigkeit, die Sie ausführen (lassen), einen Sinn geben, selbst wenn sie noch so eintönig ist? Durch den bewusst gewordenen Sinn entsteht eine phantastische Energie. Ein treffendes Beispiel ist die folgende Geschichte über Marmor, Stein und Eisen: 3 Steinmetze arbeiten auf einer Baustelle. Ein Passant fragt sie, was sie tun. Der 1. Steinmetz antwortet: „Ich verdiene meinen Lebensunterhalt.“ Der 2. Steinmetz sagt: „Ich liefere die beste Steinmetzarbeit weit und breit.“ Der 3. Steinmetz erklärt mit glänzenden Augen: „Ich baue eine Kathedrale.“ Sie sehen: Alles ist im offenen Werden, wenn die Bedingungen dafür stimmen und die Mitarbeiter den Prozess aktiv mitgestalten (dürfen).

Als Führungskraft überzeugen

Geben Sie als Führungskraft Ihren Mitarbeitern genügend Freiheiten!

Entlassen Sie Ihre Mitarbeiter!

Damit meine ich: Entlassen Sie Ihre Mitarbeiter nicht aus dem Unternehmen, sondern in die Freiheit, den Job (innerhalb des Teams) eigenständig kreativ auszufüllen. Führung meint hier: Hinführung zur Freiheit.

Sind Sie skeptisch? Dann machen Sie den Test: Das beste Mittel, Ihre Fähigkeiten als Unternehmer/-in und Führungskraft zu messen, ist die Leistung Ihrer Mitarbeiter/-innen während Ihrer Abwesenheit. Also gönnen Sie sich Ihre wohlverdiente Auszeit und überlassen Sie Ihren Mitarbeiter/-innen das kreative Spielfeld. Ziehen Sie sich hin und wieder klug und angemessen zurück. Sie werden über das Ergebnis staunen.

Heute kann kein Unternehmen erfolgreich sein, ohne dass Mitarbeiter/-innen und Führungskräfte Selbstverantwortung und unternehmerische Initiative zeigen. Ein gutes Orchester braucht Luft zum Atmen. Das sagt Ihnen jeder erfolgreiche Dirigent – wie auch der Chefdirigent des Tonhalle-Orchesters Zürich: „Mit dem herkömmlichen Repertoire an Befehlen kann ich keine gute Musik machen.“ Er weiß, dass Selbstverantwortung und unternehmerische Initiative wichtige Eigenschaften jedes Menschen sind.

Das ist eines der Geheimnisse guter Führung: Befähigen Sie andere, erfolgreich zu sein. Warum? Jede/-r, die/der über große Kompetenz verfügt, sie gar selbst erarbeitet hat, findet große Erfüllung darin, die Kompetenz anderer zu vergrößern. Ergo: Wir sollten mit unseren Mitarbeitern ein hohes Maß an Selbstführung trainieren, ohne sie dabei zu bevormunden. Das ist eine große Herausforderung für Führungskräfte, die Verantwortung schwerlich abgeben können und stets über alles und jeden die Kontrolle bewahren möchten.

„Wer seiner Führungsrolle gerecht werden will, muss genug Vernunft besitzen, um die Aufgaben den richtigen Leuten zu übertragen – und genug Selbstdisziplin, um ihnen nicht ins Handwerk zu pfuschen.“

Theodore Roosevelt

Bevormundung als Führungsmangel

Out of control?

„Verlieren“ Sie einfach mal die Kontrolle und damit die typische Chef-Mitarbeiter-Bevormundung. Warum? Führungskräfte mit besonders bevormundendem Verhalten haben stets einen Hang zu übertriebener Kontrolle und Entmündigung.
So schadet schlechte Führung

Bevormundung hält den Menschen klein. Wenn die/der Vorgesetzte sich „höchstpersönlich“ und vorauseilend „einer Sache annimmt“, bekommt die/der andere nicht die Chance, das Problem selbst zu lösen. Er oder sie erhält nicht die Möglichkeit, selbstständig zu handeln oder an einer Herausforderung zu wachsen. Wenn wir die andere Person als gleichberechtigte Person anerkennen wollen, ist die traditionelle Chef-Mitarbeiter-Beziehung der Bevormundung der falsche Weg. Geben Sie sich und Ihren Mitarbeiter/-innen genügend Raum, auch mal (kleine) Fehler zu machen, und seien Sie verständnisvoll. Setzen Sie Ihre Beschäftigten so ein, dass sie viele eigene, kontrastreiche Erfahrungen machen können und Lösungen zusammen mit anderen im Team finden. Verantwortlich handeln heißt in diesem Sinne: Geben Sie den Menschen die Möglichkeit, ihr Potenzial zu entfalten. Indem Sie das tun, entfalten auch Sie selbst Ihr Potenzial.

Mit mehr Freiheit und Sinn geben Sie dem Unternehmen eine enorme wirtschaftliche Leistungskraft. Das können Sie im Unternehmen fördern, indem Sie Mitarbeiter/-innen und Führungskräfte ausbilden.

Gute Führungskräfte und Mitarbeiter/-innen bilden Sie heran, indem Sie dafür sorgen, dass diese lernen, andere Menschen zu inspirieren, zu coachen und integer zu führen. Selbstführung und Selbstreflexion sind wichtige Erfolgsfaktoren, die heutzutage Mangelware in Unternehmen sind.

„Ein Heer von Schafen, das von einem Löwen geführt wird, schlägt ein Heer von Löwen, das von einem Schaf geführt wird.“

Arabisches Sprichwort

Gute Mitarbeiterführung benötigt soziale Kompetenzen und Feedback

Ihr guter Stil auf Weltklasseniveau

Was bedeutet es, „gut“ zu führen? Bei den Eigenschaften herausragender Führungspersönlichkeiten überwiegen die nicht akademischen Fähigkeiten wie Intuition, Empathie, Selbstliebe, Leidenschaft, Hingabe und Selbstreflexion. Erst danach kommen die kognitiven Fähigkeiten.

Das heißt: Sie benötigen Selbstwahrnehmung, Selbstliebe, Fühlen, Spüren, Beobachten, Spielen und ein gutes Körpergefühl, um Ihre eigenen Stärken und Schwächen richtig einschätzen zu können. Erst dann sind Sie besser in der Lage, erfolgreiche Teams zu führen.

Die Fähigkeit, sich in andere Menschen einzufühlen, ist eine zentrale soziale Kompetenz. Sie setzt voraus, dass Sie Ihre eigenen Gefühle und Emotionen gut kennen. Je größer Ihr Repertoire dafür ist, desto energiegeladener ist das Klima in Ihrem Unternehmen und desto erfolgreicher wird Ihr Business. 

Gute Mitarbeiterführung benötigt soziale Kompetenz

Zum klugen Üben gehört stets ein Rückmeldemechanismus (Feedback), durch den wir gleich Fehler erkennen und korrigieren können. Deshalb trainieren Tänzer/-innen vor dem Spiegel. Im Idealfall kommt das Feedback von jemandem mit fachkundigem Blick. Gerne wiederhole ich dieses Argument: Jeder Weltklassesportler hat eine/-n Trainer/-in (Coach). Wer ohne Rückmeldung trainiert, schafft es nicht in die Spitzenränge. Ohne überragende/-n Lehrmeister/-in erreicht niemand Weltklasseniveau. Aber das passiert nicht von heute auf morgen. Wie lange dauert so eine Entwicklung?

Führungsqualität ist das Ergebnis langjähriger Potenzialentfaltung

It’s a long way to the top – but it’s rock ’n’ roll

Sie haben es richtig erraten: Es ist ein längerer Prozess im offenen Werden. Nicht nur Ihre Übungsstunden – die magische 10.000-Stunden-Regel – spielen eine Rolle, sondern auch Rückmeldung, Konzentration und Fokussierung. In einem Wort: Ihre wunderbare Potenzialentfaltung.

Dazu gehört auch die Kommunikation: Wer in eine neue Dimension wechseln möchte, sollte in der Lage sein, sich klar und deutlich auszudrücken. Dafür ist die Übung der freien Rede – freies Auftreten mit richtigem Sprechtempo, guter Stimmlage und wirkungsvoller Körperhaltung – enorm wichtig.

Wer führen will, muss sehr gut reden und überzeugen können. Wer gut reden und frei sprechen kann, überzeugt andere von seinen Fähigkeiten und Talenten. Sie oder er kann das Umfeld auf die Reise mitnehmen, Menschen erfolgreich machen, eigene Gedanken richtig aufbauen und klar übermitteln. Sind Sie mit dabei?

Lassen Sie Ihren großen Erfolg nicht links liegen – nutzen Sie Ihre High Performance. Gerne in meinen Jahrestrainings, Workshops und Energie-Retreats. Ich freue mich auf Sie!

Glückliches Vorankommen wünscht Ihnen

 Ihr  Eberhard Wagemann 

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