Gewichtszunahme durch Stress - Die Schwerkraft der Entrepreneure

Wie Sie als Führungskraft Ihr Gewicht (wieder) reduzieren und dabei glücklich werden

Gewichtszunahme durch Stress

Leiden Sie unter Ihrem Übergewicht?

Gewichtszunahme durch Stress – kommt Ihnen das bekannt vor? Gehören Sie dazu? Oder sind Sie nur gefährdet? Viele Führungskräfte sind Schwergewichte. Nicht nur beruflich, sondern auch in körperlicher Hinsicht. Das entspricht dem bundesweiten Trend, nach dem laut Statistischen Bundesamt (in 2017) jeder zweite Erwachsene in Deutschland übergewichtig ist.

Sportlich gesehen darf der heutige Spitzen-Manager kein Sumo-Ringer sein. Er sollte vielmehr einem Triathleten oder Zehnkämpfer gleichen. Gefragt sind unterschiedlichste Disziplinen und eine Top-Kondition. Je höher Sie in der Karriereleiter aufsteigen, umso komplexer werden die Anforderungen.

Nicht ohne Grund sind ganz oben Spitzensportler am Werk. CEOs wie Mark Zuckerberg, Jeff Bezos, Tim Cook, Larry Ellison oder Eike Batista treiben viel Sport und achten auf ihre Ernährung, um für ihren Job fit zu bleiben. Man sieht es ihnen an. Auch unter deutschen Top-CEOs nimmt die körperliche Fitness einen zunehmend hohen Stellenwert ein. „Sportler können sich disziplinieren“,, sagt der Kölner Sportwissenschaftler Christian Zepp in der Wirtschaftswoche.

„Sie sind ehrgeizig und haben oft ein höheres Selbstwertgefühl.“

Doch liegt es alleine an Diäten und am Sportfaktor, alle täglichen Business-Herausforderungen – das Business as usual – mit hoher Leistungsbereitschaft zu meistern? Und wie kommen Sie als Schwergewicht dorthin, wenn andere jahrelang dafür trainiert haben?

Gewicht reduzieren: Low Carb - Low Energy?

Wer sein Gewicht reduzieren will, greift auf eine Diät zurück. Von denen gibt es jedes Vierteljahr eine neue. Mal Low Carb, mal ketogene Ernährung, mal Intervallfasten, mal Paleo. Die Liste lässt sich endlos fortführen. Vielleicht greift eine Diät für eine bestimmte Zeit. Irgendwann und mit mehr Stress im Business tritt der Jojo-Effekt ein. Aus dem Kollegen, der so fleißig 20 Kilo abgenommen hatte, wird ein oder zwei Jahre später wieder der „Alte“. Wer kennt das nicht?

Insbesondere in Stresszeiten benötigt das Gehirn besonders viel Energie. Deshalb essen wir mehr. Sobald wir uns an Dauerstress gewöhnen, kann das fatale Folgen haben: Wir werden (wieder) dick und bekommen die überflüssigen Kilos nicht mehr los. Die bisherigen Essgewohnheiten setzen sich wieder durch. Das klingt für Sie sicherlich pessimistisch, soll es aber nicht. Ich möchte nur den Blickwinkel schärfen: Es geht um den Zusammenhang zwischen Übergewicht, Gehirn, Stress und Emotionen.


Bad Brains – hirnrissige Gewichtszunahme

Sie glauben, dass Sie an Ihrer Gewichtszunahme selbst schuld sind? Ich kann Sie beruhigen: Sie sind es nicht. Verantwortlich ist der Energiebedarf Ihres Gehirns. Er löst einen inneren Disput aus, der bestimmt, wann und wie viel Sie essen. Kommt Ihr Gehirn in Versorgungsnot, dann können Sie noch so entschlossen sein, eine Diät einzuhalten. Ihr egoistisches Gehirn wird sich dagegen wehren und Ihre Energieansprüche sogar gegen Ihren Willen durchsetzen.

Genau genommen spreche ich vom Hypothalamus. Seine Position genau im Zentrum des Gehirns deutet darauf hin, wie wichtig der Hypothalamus für die Kommunikation einerseits zwischen den beiden Hirnhemisphären sowie andererseits zwischen Gehirn und (Rest-)Körper ist. Hier im Hypothalamus arbeiten wichtige Kontrollsysteme, die für die Stressreaktion, das Sexualverhalten, die Körperkerntemperatur, den Schlaf-Wachrhythmus und die Nahrungsaufnahme zuständig sind. Wie ein falsch eingestelltes Heizungsthermostat können sie eine (vermeintlich) zu niedrige Temperatur anzeigen und damit eine viel zu hohe Energiezufuhr zur Folge haben. Sehen wir uns das genauer an.

High Voltage - Gewichtszunahme unter Stress

Tatsächlich arbeitet der laterale Hypothalamus wie ein Energiefühler. Er kontrolliert die Glucose-Zufuhr im Körper. Die Glucose Moleküle müssen zuerst die Blut-Hirn-Schranke überwinden. Die Aufgabe der Blut-Hirn-Schranke besteht darin, bestimmte chemische Substanzen, Viren, Bakterien oder fehlgeleitete Botenstoffe von den Neuronen fernzuhalten. Sie schützt somit das Gehirn vor biochemischen Fehlinformationen, Infektionen und Vergiftungen. Befindet sich zu wenig Glukose im Gehirn, dann kommt das Signal: „Jetzt gilt es Energie von außen zuzuführen.“ Das bedeutet: essen, essen, essen!

Dieses Signal weist auf ein Problem mit dem Glukose-Nachschub im Gehirn hin. Mit anderen Worten: Es handelt sich um ein sichtbares Anzeichen einer Energiekrise des Gehirns. Wenn das Gehirn also einen Energiebedarf hat, werden die Sättigungssignale des Fettgewebes abgeblockt.

Wird dies zu einem Dauerkonflikt, dann ist Übergewicht unvermeidlich. Es ist die mangelhafte Energieversorgung des Gehirns, die bei übergewichtigen Menschen dazu führt, immer mehr zu essen. Damit stehen Sie unter Hochspannung – aus emotionaler und neurologischer Sicht.

Gewichtszunahme durch Stress

Eat Drink Man Woman - permanente Gewichtszunahme

Als weitere Ursachen kommen Stresserkrankungen, ungelöste innere und äußere Konflikte, Verletzungen, Traumata, meistens noch aus der Kindheit und Übergewicht hinzu. Diese Faktoren gehen meistens mit der oben genannten Energiekrise des Gehirns einher und werden mit dem Essverhalten kompensiert. Stressforscher bezeichnen dieses Essverhalten als Comfort Eating“. Damit meinen sie das Verhalten, solange zu essen, bis man sich besser fühlt. Dieser Comfort-Eating-Effekt ist nicht nur ein psychologisches Phänomen. Es gibt dafür eine greifbare, zwingende Erklärung: Psychosozialer Dauerstress verändert die Stoffwechselphysiologie des Gehirns.

Permanente Stress-Attacken führen dazu, dass das Gehirn in wachsendem Maße Energie verbraucht und neu anfordert. Sie erhöhen zudem den Energiebedarf des Gehirns und seine Energieanforderungen. Was folgt, ist eine Kettenreaktion: Das sympathische Nervensystem (aktiv – nervt) arbeitet auf Hochtouren. Adrenalin wird aus der Nebenniere ausgeschüttet. Dadurch werden die Energiereserven aus der Leber sowie den Muskeln- und Fettgewebe abgerufen. Wenn die äußere Gefahr vorüber ist, beendet das aus der Nebenniere ausgeschüttete Hormon Cortisol die Stressreaktion. 

Under Pressure – Gewichtszunahme bei psychischem Stress

Im Berufsalltag gibt es weitere Faktoren, die uns um unsere Ruhe und unser inneres Gleichgewicht bringen: Die sogenannten psychosozialen Stressoren. Diese sind Ihnen sehr gut bekannt: Innere Einsamkeit, Druck, zu hohe berufliche Anforderungen, mangelnde Selbstliebe, Erfolglosigkeit, um nur einige Beispiele zu nennen, spielen eine große Rolle. Diese Stressoren haben die unangenehme Angewohnheit, nicht nach einer Schrecksekunde einfach im neuronalen Unterholz zu verschwinden. Ganz im Gegenteil steigt die Verlaufskurve der inneren Stressreaktion. Will heißen: Psychosozialer Stress ist sehr subtil und nachhaltig. Er führt häufig zu einem inneren und äußeren Rückzug.

Kurz zusammengefasst unterscheidet Antonovsky in seinem Modell der Salutogenese drei Arten von Stressoren:

chronische Stressoren

größere Lebensereignisse

daily hassles (alltägliche Ärgernisse)

In konkreten Worten ausgedrückt: Einen perfekten Nährboden findet Stress in der Unzufriedenheit mit der eigenen Lebenssituation, in wachsenden beruflichen, unternehmerischen Anforderungen, in allgemeiner Überforderung, in unrealistischen Erwartungen und permanenten Enttäuschungen, in unklaren Aufgabenverteilungen und äußeren Einflüssen, die den gemeinschaftlichen Zielen wie etwa in der Familie und in dem Freundeskreis entgegenwirken.

Menschen, auch Kinder, die an psychosozialen Stress leiden, fehlt es häufig an Bewältigungsstrategien, um ihre innere Balance zu festigen. „Selfnurturing“ wird diese wertvolle Fähigkeit im englischen genannt. Zu Deutsch: Selbstfürsorge. Sie schließt das mit ein, was Antonovsky „generalisierte Widerstandsressourcen“ nennt, die es zu entwickeln gilt: Zuversicht, Verstehbarkeit, Bewältigbarkeit und Sinnhaftigkeit.

Gewichtszunahme-durch-Stress

Too Much Rock’n Roll? - Selbstfürsorge gegen Übergewicht

Dreh- und Angelpunkt ist aber die Selbstfürsorge, die mit Selbstliebe und Selbstwertgefühl eng verwandt ist. Sie funktioniert dann, wenn Sie zuerst Ihr Bewusstsein schulen. Sobald die Bewusstseins-Schulung verinnerlicht ist, wird das emotionale und soziale Verhalten stabilisiert.

Und das Wunderbare ist: Sobald ein Mensch emotional gefestigter wird, neigt er zu weniger Verhaltensexzessen. Warum ist das so?

Der physiosoziale Stress in der modernen Leistungsgesellschaft, die persönlichen Verluste und das Chaos in unserem Leben haben zur Folge, dass die meisten Menschen heute besser ausgeprägte „innere Fähigkeiten“ benötigen. Ohne diese inneren Fähigkeiten laufen wir Gefahr, den Zugang zu unserem Innenleben zu verlieren, emotional zu verkümmern und uns einen exzessiven Lebensstils zu zuwenden, mit dem wir zu viel essen, zu viel arbeiten, zu viel trinken, zu viel Drogen nehmen, zu viel Sex haben. Rock’n Roll: Wir leben in einer Gesellschaft des Zuviels.

Don’t worry - be happy - mit Ihrem neuen Gleichgewicht

Nun die gute Nachricht: Das Gehirn ist Ihr Schlüssel für ein erfolgreiches Abnehmprogramm.

Ihr Gehirn spielt bei der Energieverteilung in Ihrem Körper eine zentrale Rolle. In diesem Sinne wird die Frage nach der inneren Balance von zentraler Bedeutung: Übergewicht entsteht, wenn die Balance zwischen Hirn-energetischer und emotionaler Homöostase (Gleichgewicht) gestört ist. Gelingt es Ihnen schließlich, Ihre Hirnenergetische und emotionale Homöostase – also die Ruhelage der Stresssystems – wiederherzustellen, dann wird sich als Nebeneffekt Ihr Körpergewichts automatisch normalisieren. Das bedeutet: Sie werden abnehmen.

Deshalb sollte das Hauptziel von Übergewicht nicht vorrangig darin bestehen, Körpergewicht abzubauen, sondern es mithilfe der eigenen emotionalen Homöostase „normal“ wiederherzustellen. Mit anderen Worten: Gefühle und Emotionen sind ein wichtiges Element der Abnehmstrategie, denn in Hetze und unter Stress kann keine Gesundheit, kein Glück und kein Erfolg (Innerer und äußerer Reichtum) entstehen. Unter Stress hingegen schaltet die Zelle ihren Wachstumsmodus ab. Die Zelle erstickt. Wollen Sie das? Natürlich nicht.

 

Gewichtszunahme durch Stress

Lucky You!

Trotzen Sie Ihrer Schwerkraft. Übergewicht durch Stress muss nicht sein. Die innere Stabilisierung kann außerdem durch einfaches Reflektieren der eigenen Bedürfnisse, Befindlichkeiten und Grenzen zu nachhaltigen Erfolgen führen. In jedem Fall ist aber entscheidend, wenn Sie das Bewusstsein für die Kraft der inneren Wandlung aktivieren. Das ist wichtig, weil sich die unflexibel gewordenen Körpereigenen Regulationsprogramme in Form einer langjährigen Gewöhnung in das metabolische Gedächtnis eingebrannt haben.

Daraus folgt-> Gesundheit, Glück und Erfolg (innerer und äußerer Reichtum) muss ich mir aktiv holen.

Wie auch körperliche Fitness erfordert ein gesunder Gehirnstoffwechsel tägliches Training. Oder klarer ausgedrückt: Strahlende Gesundheit und ausgezeichnete Fitness hängen von unseren Fähigkeiten ab, unser inneres Gleichgewicht (medizinisch: Homöostase) zu erhalten oder wieder zu finden. So werden Sie als Entrepreneur ein/e Spitzensportler/in und können dieses Niveau nachhaltig aufrecht erhalten.

Lucky you: Es wird Ihnen viel Spaß machen und Sie werden sich über Ihre Fortschritte sehr freuen! 

Dabei wünsche ich Ihnen viel Erfolg und Energie!

 Ihr  Eberhard Wagemann 

4 Kommentare

  1. Großartige Grafik! Spannender, lehrreicher Artikel!
    Endlich wird Adipositas auch bei der Arbeit zum Thema gemacht.
    Bin begeistert!

    Ihr G. Belluno

    Antworten
  2. Schön geschrieben und sehr aufschlussreich. Ich habe den Beitrag gleich weitergeleitet

    Herzliche Grüße
    Ivonne

    Antworten
  3. Ein sehr guter Artikel zu Übergewicht, weil hier eine völlig andere Sichtweise zum Ausdruck kommt, als wie man sie aus der Presse kennt.
    Bravo!

    Antworten
  4. Lieber Eberhard

    Interessant zu lesen und zu wissen.

    Danke Dir vielmals für all Deine sehr gut zu gebrauchenden und Topinteressanten und Newsletter.

    Liebe Grüsse aus der Schweiz dem schönen Berner Oberland

    Bernard (Beni)

    Antworten

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